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Weihnachten 2010: Leserbrief

Leserbrief -
Zur S-Bahn Dreilinden
Region braucht Ringschluss

Der Neubau einer S-Bahn-Strecke von Zehlendorf nach Dreilinden wurde schon sehr oft diskutiert und wieder verworfen. Ich frage mich: Wer braucht so eine Stummel-Strecke? Ist es der Großteil der Bevölkerung in der Region oder sind es nicht vielmehr die Privatunternehmen, die ihren Arbeitnehmern, zumeist in Berlin wohnend, eine bequeme Erreichbarkeit bieten wollen? Diese Flickschusterei zur Bedienung von Einzelinteressen wird nicht viel bringen. Wir brauchen ein Gesamtkonzept für den öffentlichen Nahverkehr in der Region, das eine Vernetzung der Orte Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf (TKS) gewährleistet. Eine mögliche Variante wäre der S-Bahn-Ringschluss, der die drei Gemeinden gleichermaßen vernetzen und eine adäquate Verkehrsverbindung nach Berlin, als auch nach Potsdam zur Verfügung stellen würde. Ein einheitliches S-Bahn-Konzept, das alle drei Orte mit Brlin und Potsdam verbindet, würde in jedem Fall den Autoverkehr auf den Straßen deutlich reduzieren.
Der Teltowkanal hat damals am Anfang des 20. Jahrhunderts für alle drei Orte einen beträchtlichen Entwicklungsschub gebracht. Nun sind wir im 21. Jahrhundert angekommen. Umweltaspekte spielten nie zuvor eine größere Rolle. Also lasst uns doch handeln. Sinnvoll sind Foren mit Bürgern über Ja/Nein zum S-Bahn-Ringschluss, eine Kosten-Nutzen-Analyse und Realisierungswettbewerbe.
Gebraucht wird ein Zeitplan und eine Projektfinanzierung. Dann kann es an die Umsetzung gehen. Schöne Nebenwirkungen wären: verkehrssichere Anbindung des neuen Kreisgymnasiums und des Standortes der Reiterstaffel der Bundespolizei, gute Erreichbarkeit von Dreilinden/Europarc sowie Aufwertung des bisher unrentablen Teltower S-Bahn Verkehrs durch einen profitablen Ringschluss.

Guido Fruendt,
Kleinmachnow

erschienen in der MAZ, Weihnachten 2010

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