19.08.2010: MAZ
B-Plan für Bereich an der Ruhlsdorfer Straße / Bauland wird entwertet
Die Teltower Stadtverwaltung will sich die Option einer Weiterführung der S-Bahn-Trasse in Richtung Stahnsdorf offen halten. Deshalb soll für den Bereich Ruhlsdorfer Straße 47-53 ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Am kommenden Dienstag ist das Planwerk auf der Tagesordnung des Bauausschusses zu finden.
Bei einer Verlängerung der S-Bahn-Trasse bis zum Stahnsdorfer Gewerbegebiet würden die Schienen die Ruhlsdorfer Straße passieren. Im Jahr 2005 hatten private Eigentümer für zwei Grundstücke auf und neben der Trasse Bauanträge gestellt. Die Stadt verweigerte zwar die Zustimmung, das Verwaltungsgericht Potsdam gab den Eigentümern aber recht. Um den Weg für die S-Bahn dennoch freizuhalten, muss die Stadt nun einen Bebauungsplan für das Gebiet erarbeiten.
Das Vorgehen der Verwaltung löst nicht überall Begeisterung aus. Wie die MAZ von einer Maklerin erfuhr, wollten die Grundeigentümer vier Wohnhäuser errichten, nun seien wahrscheinlich nur noch zwei Häuser möglich. „Durch die Festlegung einer S-Bahn-Trasse wird natürlich auch das Land entwertet“, so die Expertin. Mit Unverständnis hätten Anwohner deshalb darauf reagiert, dass die Deutsche Bahn eigene Grundstücke an der geplanten Strecke jüngst verkauft habe. „Offenbar glauben die selbst nicht mehr an die Weiterführung der S-Bahn.“
Auch Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) sieht im Handeln der Deutschen Bahn einen „eklatanten Widerspruch“. Das Unternehmen müsse eine klare Priorität für die Weiterführung der S-Bahn nach Stahnsdorf setzen, forderte das Stadtoberhaupt. Bei der Festsetzung der Freihaltetrasse in Stahnsdorf war es zu einer ähnlichen Debatte gekommen. Auch dort verkaufte die Bahn eigene Grundstücke.
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MAZ, 19.8.2010